Firma Elecraft

Elecraft wurde von Wayne Burdick (N6KR) und Eric Swartz* (WA6HHQ) 1998 gegründet. Seit dem Verschwinden von Heathkit (in den 70ern) war kein Angebot an Bausätzen für Funkgeräte am Markt verfügbar. Eric und sein Kollege Wayne brachten den K2 auf den Markt um diese Lücke zu schließen. Der K2 war nicht nur ein Bausatz sondern ein Gerät mit sehr guter Empfangsperformance. In das Design des K2-Empfängers flossen einige Ideen aus den Publikationen von Prof. Dr. Ullrich Rohde ein. Mit der sehr guten Performance wurde der K2 zum Erfolg und zum Verkaufsschlager für Elecraft. Die hohe Qualität des K2-Empfängers ermöglichte auch den Einstieg in eine höhere Preisklasse der Bausätze, die die Basis für die Entwicklungen von weiteren hochwertigen Produkten darstellte. Den Schwung vom K2 konnte die Firma mitnehmen und brachte den K1 auf den Markt. Dies geschah über eine Finanzierung aus den erwirtschafteten Gewinnen. So hat Elecraft auch bis heute keine Fremdfinanzierung benötigt.

Mit diesem Kit-Konzept blieb Elecraft anfangs unter dem Radar der großen japanischen Hersteller und schaffte mit einer guten Preispolitik und hervorragenden Empfängern respektable Umsätze. Es war auch keine Konkurrenz am Markt welche komplette Sende/Empfangs-Bausätze angeboten hat.

Als Werbe- und Informationsplattform half dann das Internet, Elecraft weiter bekannt zu machen. Über die Elecraft-Mailingliste wurde von Entwicklern und Entscheidungsträgern der direkte Kontakt mit den Kundinnen und Kunden gepflegt. Probleme und Anregungen werden so direkt aufgegriffen und in den neuen Produkten umgesetzt. Hier muss sich jedoch eine gewisse „Faszination Elecraft“ mit eigener Ausstrahlung entwickelt haben: Die Webseite hat über die Jahre hinweg ihren 90er-Jahre-Techniker-Charme bewahrt und tapfer jeder Designveränderung standgehalten. Mein Gefühl wurde übrigens vom Internet Archiv bestätigt

Elecraft hat sich zu einem Player am Amateurfunkmarkt entwickelt, der sich mit Kenwood, ICOM und Yeasu in eine Reihe einordnet. Die Geräte K2 und K1 waren noch analog, mit dem K3 war der Schritt in die digitale Signalverarbeitung getan. Der K3 erzielte eine respektable Aufmerksamkeit in der Amateurfunkwelt. Auch er war als „Bausatz“ zu bestellen, aber die einzelnen Prints werden schon fertig bestückt geliefert. Das war auch aufgrund der maschinell SMD-bestückten Bauteile eine gute Entscheidung: Das Gefühl etwas selbst gebaut zu haben wurde durch die vorgefertigten Printplatten nicht beeinträchtigt.

Der K3 wurde schnell zum Liebling der Expeditionen (klein und handlich) und bei vielen Expeditionen zum Standardtransceiver. Zusammen mit einer noch handlicheren 500- Watt Endstufe und einer Spider-Beam oder Vertikals für den Strand noch gut im Fluggepäck transportierbar.

Obwohl die Geräte immer zuerst als Low-Power-Version verfügbar waren, war kleine Leistung immer nur ein Entwicklungsschritt (auch für den Stromverbrauch der portablen Geräte). Es wurde dann auch immer eine 100 Watt Version oder passende Endstufen angeboten. Endstufen mit 500 Watt und die neue Endstufe mit 1500 Watt (auf die Eric auf der Messe sehr stolz war), sowie Antennentuner und Panorama Banddarstellung (Panadapter) runden das Programm sehr gut ab.

Die Kunden leben eine starke Bindung an die Marke Elecraft. Elecraft ist auf den großen Amateurfunkmessen (USA; Deutschland, Japan) und vielen anderen kleineren Messen in USA mit Messeständen vertreten. 2017 hat Elecraft ungefähr 50 Angestellte, die alle Geräte und Bausätze in den USA fertigen. Das Verhältnis bei den Auslieferungen liegt bei ca. 60% Fertiggeräten und 40% Bausätzen. Es wurden bis her ca. 30.000 Geräte von Elecraft verkauft, ein tolles Ergebnis in einen für Elektronik verhältnismäßig „kleinen“ Amateurfunkmarkt (Stand 2017).

Eric Swartz, WA6HHQ.jpg
  • Eric Swartz (WA6HHQ): Er war vor der Gründung von Elecraft bei Nakamichi in der Entwicklung von frühen wiederbeschreibbaren optischen Speichern eingebunden und hat bei Verisys als Entwicklungsingenieur SCSI Protokoll Analysatoren entwickelt. Eric ist immer noch persönlich auf den Messen und beantwortet alle Fragen. In seiner Freizeit fliegen er und seine Frau ihre Cessna 182 (nicht nach Friedrichshafen). Daneben findet Eric mit seiner Frau noch Zeit um tauchen, wahrscheinlich um in der Stille dem Stress entgegen zu wirken.

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